Eine Gedenkstätte für eine Militäroperation, ein Riesenliegeplatz für Tanker und steile Klippen prägen die Alabasterküste vom Cap d’Antifer zum Cap de la Hève. Der Küstenabschnitt von Étretat bis Le Havre bietet einige Überraschungen.
Operation Biting bei Bruneval
Den kleinen Ort Bruneval, wenige Küstenkilometer vom Cap d’Antifer und von Étretat entfernt, erreicht man durch ein langgezogenes, schmales Tal. Einige prächtige Villen im normannischen Stil liegen an den Hängen. Hier könnte man ein kleines mondänes Strandbad vermuten. Doch die Geschichte hatte mit Bruneval etwas Anders vor: Deutsche Besatzer errichteten hier auf einem Aussichtspunkt der Klippen eine Radarstation, um britische Militäraktionen auszukundschaften.

Bei der Operation Biting in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 1942 demontierten britische Soldaten wichtige Teile des dort stationierten deutschen „Würzburg“-Funkmessgerätes. Sie landeten mit Fallschirmen und setzten unter Beschuss mit flachen Stahlbooten über den Ärmelkanal zurück nach England über.

So gelangte die britische Armee an Informationen über den Stand der deutschen Radartechnik. Nach Kriegsende, im März 1947, würdigte General Charles de Gaulle die Operation Biting in seiner Rede vor mehr als 20.000 Menschen in der Bucht von Bruneval. Daran erinnern heute vor Ort eine Gedenkstätte und ein Stahlboot.

Port d’Antifer für Riesentanker
Nur wenige Kilometer südlich die Küste entlang wurde im Jahr 1975 auf dem Gebiet der Gemeinde Saint-Jouin-Bruneval eine Hafenanlage für Supertanker errichtet. Geschützt von einer 3,5 km langen Mole können die Supertanker anlegen, um Öl auf kleinere Schiffe umzuladen. Und gleich nebenan liegt der Badestrand der Gemeinde Saint-Jouin-Bruneval.

Der Leuchtturm am Cap de la Hève

Die Steilküste vom Cap d’Antifer zum Cap de la Hève ist landseitig nur teilweise erreichbar. Überall sind Bunkerreste vom „Atlantikwall“ zu entdecken. Das Cap de la Hève mit seinen hohen Kreidefelsen markiert das Nordufer der Seinemündung. Der Leuchtturm wurde im Jahr 1951 errichtet, die zwei Vorgängerbauten waren bei den Bombardierungen von 1944 zerstört worden.

Der Leuchtturm selbst ist nicht öffentlich zugänglich. Doch der Blick vom Felsplateau über die Bucht von Le Havre ist überwältigend!
Sainte-Adresse heißt die Gemeinde, zu der der Leuchtturm gehört. Das ehemalige Fischerdorf hat sich zu einem noblen Villen-Nachbarort von Le Havre entwickelt. Mit Strand und schönen Cafés.





