Elisabeth Sandmann: Wir dachten, das Leben kommt noch. Roman

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Buchcover Piper Verlag: Sandmann, Wir dachten das Leben kommt noch

Schon mal etwas von den SOE-Agentinnen gehört? Elisabeth Sandmann erzählt in „Wir dachten, das Leben kommt noch“ von britischen Frauen, die während des Zweiten Weltkriegs ihr Leben riskierten. Als Agentinnen waren sie unter anderem in Frankreich tätig, um die Résistance zu unterstützen. Elisabeth Sandmann erinnert an sie in einem spannenden Roman.

Die SOE-Agentinnen gehörten zur Special Operations Executive (SOE), gegründet von Winston Chuchill zum Widerstand gegen die Nazis. Sie bestand aus 6000 Personen, die vor allem in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten aktiv waren, unter ständiger Lebensgefahr. Darunter waren 500 Frauen, 39 von ihnen agierten in Frankreich.

Pat bekommt überraschend einen Anruf der BBC-Moderatorin Gwen, die sich für ihre Vergangenheit als SOE-Agentin in Frankreich interessiert. Aber will sie überhaupt darüber reden? Nach so vielen Jahrzehnten, in denen sie zum Schweigen verpflichtet war? Pats Vergangenheit führt tief hinein in ein unbekanntes Kapitel wagemutiger Frauen des Widerstands, die Sabotageakte verübten, geheime Funksprüche absetzten, lautlos töten mussten und beständig unterschätzt wurden.

Gwen will ein Buch schreiben über diese Agentinnen, die nach dem Krieg schnell in Vergessenheit gerieten. Sie begibt sich auf eine Recherchereise nach Paris. Dort findet sie auch Erstaunliches über ihre verwegene Großmutter heraus, die zur Zeit der deutschen Besatzung in einem eleganten Pariser Appartement lebte.

Schließlich entdeckt Gwen auch jenen Schlüssel, der es Pat ermöglichen wird, sich ihren eigenen verdrängten Erinnerungen zu stellen.

Die Geschichte von Pat, den SOE- und Résistance-Leuten und ihren riskanten Einsätzen erzählt Elisabeth Sandmann sehr authentisch und spannend. Die Autorin, die sich auch als Verlegerin außergewöhnlichen Frauenbiografien widmet, hat ein Thema aufgegriffen, das mehr Beachtung verdient – Frauen im Widerstand im Zweiten Weltkrieg.

Gut gefällt mir, dass Elisabeth Sandmann in ihrem Nachwort noch eine historische Einordnung vornimmt. Sie berichtet unter anderem von der SOE-Nachrichtendienst-Offizierin Vera Atkins, die sich nach Kriegsende auf die Suche nach verschleppten Agentinnen machte. Mehr dazu auch im Artikel „Die Frauen der Special Operations Executive“ des Internationalen Ravensbrück Komitees.

Fazit:

Ein spannender Roman! Und damals wie heute gilt – Widerstand ist nicht selbstverständlich.

Elisabeth Sandmann: Wir dachten, das Leben kommt noch. Roman

Piper Verlag 2025, Hardcover mit Schutzumschlag, 384 Seiten, 24,00 €
ISBN: 978-3-492-07367-7

Zum Thema Résistance siehe auch: https://nachfrankreich.de/literatur-le-tellier-herve-der-name-an-der-wand/

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