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Straßburg – die Neustadt: Gründerzeit-Architektur, UNESCO Weltkulturerbe

Die Altstadt von Straßburgfranzösisch Strasbourg – ist als Highlight bekannt.

Ebenfalls einen Besuch wert ist die Neustadt der elsässischen Metropole. Sie wird auch „deutsches Viertel“ genannt: Monumentale Alleen und prächtige Gründerzeithäuser prägen dieses Viertel, welches seit 2017 zum UNESCO Weltkulturerbe zählt.

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Das Théâtre National de Strasbourg an der Place de la République | Foto: Britta Lehna
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Die Bibliothèque Nationale Universitaire, ebenfalls an der Place de la République gelegen. | Foto: Hermann Lehna

Nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 wurde Elsass-Lothringen Teil des Deutschen Reichs. Der Reichskanzler Otto von Bismarck ordnete den Wiederaufbau der kriegsbeschädigten Stadt an. Straßburgs Fläche sollte verdreifacht werden, unter anderem mit einem neuen Stadtteil nordöstlich der großen Insel mit dem historischen Stadtkern. Der Architekt Jean-Geoffroy Conrath wurde mit der Planung beauftragt. Damals war das Projekt eine Manifestation der modernen Zeit.

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Luftaufnahme der Place de la République in Strasbourg, ca. 1918. Der quadratisch/kreisförmige Platz ist umgeben von fünf blockhaften Repräsentations-, Verwaltungs- und Kulturgebäuden, allesamt von der deutschen Verwaltung errichtet. Im Vordergrund, noch auf der Altstadtinsel, die Oper (erbaut 1821). | Foto: numistral – Bibliothèque Nationale-Universitaire Strasbourg

Monumentalbauten an der Place de la République

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Strasbourg ca. 1920: Blick von der Neustadt über den Palais du Rhin (ex-Kaiserpalast) zur Altstadt mit der Oper und dem Turm des Münsters. | Foto: numistral – Bibliothèque Nationale-Universitaire Strasbourg
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Der Palais du Rhin; davor in der Platzmitte das Denkmal für die Kriegsopfer Monument aux Morts (von 1936). | Foto: Britta Lehna

Kernstück der Neustadt ist der große runde Platz „Place de la République“ mit viel Grün und dem Straßburger Kriegerdenkmal. An diesem Platz reihen sich imposante Bauten des öffentlichen Lebens aneinander: Palais du Rhin (ehemals Kaiserpalast); die zwei Blöcke der Verwaltungsbehörde Préfecture administrative, die den Beginn der Avenue de la Paix flankieren; die Bibliothèque Nationale-Universitaire mit mächtigem Glaskuppeldach; das Théâtre National de Strasbourg mit ehemaliger Kutschenauffahrt (heute hält hier die Straßenbahn).

Stilmix der Gründerzeitarchitektur

Die Avenue de la Paix und die Avenue des Vosges bilden zwei Hauptachsen der Neustadt. Zu ihren Seiten schließen sich Straßenzüge an, die ebenfalls aus der Gründerzeit stammen.

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Von der Avenue des Vosges schaut man über die Place de la République hinweg zum Turm des Münsters. | Foto: Hermann Lehna

Hier kann man die verschiedenen Bau- und Dekorationsstile dieser Epoche studieren: Neoklassizistische Fassaden oder Jugendstilhäuser zum Beispiel.

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Mal am Barock orientiert … | Foto: Britta Lehna
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… mal an der Renaissance – mit späterer Einfügung in Art Déco: Strasbourg, Rue du Général Rapp | Foto: Hermann Lehna
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Fassadendetails im Streiflicht | Foto: Britta Lehna
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Anklänge an Renaissance, Jugendstil und Barock im Sandstein | Fotos: Hermann Lehna
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Zusammenspiel von Bauplastik und Fassadenmalerei am „Ägyptischen Haus“ | Foto: Britta Lehna

Ein ganz besonderes Gebäude ist das „ägyptische Haus“ in der Rue du Général Rapp. Der Architekt Franz Scheyder aus Schiltigheim (Vorort von Strasbourg) hat es im Jahr 1905 gebaut, in Zusammenarbeit mit dem Dekorationsmaler Adolphe Zilly.

Der Hauptbahnhof – ebenfalls Teil des Baubooms nach 1871

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Strasbourg: In der gläsernen Vorhalle des Hauptbahnhofs. | Foto: Hermann Lehna

Der Rundgang lässt sich westwärts zum Hauptbahnhof fortsetzen. Die Gare Centrale stammt ebenfalls aus der Bauzeit der Neustadt. Heute ist sie mit einer modernen vorgesetzten Glasfassade versehen. Zum Wiederaufbau nach dem Krieg von 1870/71 gehörte auch die Anbindung an die Infrastruktur jenseits des Rheins und die Ansiedlung von Industrie.

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Einst außen, nun innen: Die wilhelminische Fassade des Hauptbahnhofs. | Fotos: Britta Lehna
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Mehr als 17 Millionen Reichsmark kostete dieser Bauboom. Er wurde als Reparationszahlung von den Straßburger Bürgern geleistet. Zwischen 1870 und 1915 stieg die Bevölkerungszahl von Strasbourg von 80.000 auf 180.000 Einwohner.

Einst war die Neustadt als deutsches Viertel wenig geschätzt. Heute ist sie Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Strasbourg und eine touristische Attraktion.

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