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Jumièges und St.-Georges de Boscherville: Romanik an der Seine

Am Unterlauf der Seine haben Fans der romanischen Architektur zwei Adressen auf ihrer Agenda: Jumièges und das Dorf St.-Martin de Boscherville mit seiner Klosteranlage St.-Georges.

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In der Klosteranlage von Jumièges | Foto: Hermann Lehna

Jumièges

„La plus belle ruine de France“ genannt, begeistert die ehemalige Benediktinerabtei Jumièges mit ihrer Kirchenruine Notre-Dame, den weiteren Klostergebäuden und dem umgebenden Landschafts-Park. Gegründet wurde sie im 7. Jahrhundert n. Chr. vom heiligen Philibert. Von den Wikingern verwüstet, lag das karolingische Kloster brach, und erst im 11. Jahrhundert unter dem Abt Robert de Jumièges gelingt der Wiederaufbau. 1067 weiht der Erzbischof von Rouen die große Klosterkirche in Anwesenheit des Normannen-Herzogs Guillaume le Conquérant. In der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts nach der Eingliederung der Normandie ins französische Königreich wird ein gotischer Chor errichtet.

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Fassade der Abteikirche | Foto: Britta Lehna
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Blick ins Mittelschiff Richtung Vierungsturm und Chor | Foto: Britta Lehna
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Im Seitenschiff | Foto: Britta Lehna

Nach einer wechselvollen Geschichte der Abtei verlassen im Revolutionsjahr 1790 die 18 letzten Mönche ihr Kloster und dieses wird verkauft. Es dient in der Folge als Steinbruch und Wohnsitz, wird ab Mitte des 19. Jahrhunderts aber nicht weiter zerstört, sondern der Baubestand gesichert und 1918 zum Monument historique erklärt.

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Seitenschiff, ruinöse Empore, Glockenturm | Foto: Hermann Lehna
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Romanische und gotische Teile der Kirchenruine | Foto: Hermann Lehna

Die imposanten Gebäude, der Park mit seinen mächtigen Bäumen und die Lage in der erholsamen Flusslandschaft sind einzigartig.

St.-Georges de Boscherville

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Eingangsfassade von St.-Georges de Boscherville | Foto: Britta Lehna

Vier Hektar Gartengelände umgeben die verbliebenen Gebäude der einstigen Benediktinerabtei St.-Georges im kleinen Ort St.-Martin-de-Boscherville an der Seine unweit von Rouen. Die 70 Meter lange ehem. Abteikirche, errichtet zu Beginn des 12. Jahrhunderts, ist ein Schulbeispiel der normannischen Romanik.

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Mittelschiff mit dreizonigem Wandaufriss | Foto: Britta Lehna

Der wuchtige Vierungsturm überragt das Ensemble. Die Kirche wirkt wie aus einem Guss und weist im Innern zahlreiche figürliche Kapitelle auf.

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Eines der vielen figürlichen Kapitelle in der Kirche | Foto: Britta Lehna
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Kreuzgratgewölbe im Seitenschiff | Foto: Britta Lehna
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Kapitell mit Leier-Spieler, ausgestellt im Kapitelsaal | Foto: Britta Lehna

Gleich neben der Kirche überrascht der romanisch-gotische Kapitelsaal (12. Jh.) durch seine Höhe (12 m), das elegante Gewölbe und die reiche ornamentale und figürliche Bauplastik.

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Am Eingang zum Kapitelsaal ist ein Teil der Bauplastik nachgearbeitet, da die Originale sehr verwittert waren. | Foto: Britta Lehna
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Der wuchtige Vierungsturm überragt das Ensemble. | Foto: Hermann Lehna

Den besten Überblick über den Garten (ursprünglich angelegt im 17. Jahrhundert, nun rekonstruiert, u.a. mit Heckenlabyrinth), die Klostergebäude und das weite Tal der Seine hat man vom Gartenpavillon aus – am Rande der oberen Gartenterrasse.

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Hangwärts führen Parterres und Wege zur Terrasse mit dem Gartenpavillon. | Foto: Britta Lehna
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St. Georges an der Windfahne des Gartenpavillons

Beitragsbild ganz oben: Jumièges, Abteikirche, Emporenfenster

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