
Der Lokaljournalist Nathan ist von Problemen umgeben: Beruflich läuft es nicht so, wie es sollte. Auch in seiner Ehe kriselt es. Außerdem muss er ständig Streit zwischen seiner Ehefrau Sylvia und seiner Schwiegermutter Gaby schlichten. Über allem schwebt die Bedrohung durch eine Investorengruppe. Viel Wirbel und nicht nur eine „Offene Rechnung“ gibt es in Philippe Djians neuestem Roman.
Nathans Journalistenlaufbahn scheint ein verfrühtes Ende gefunden zu haben, denn seine Zeitung „Der Morgen“ ist in finanzieller Schieflage. Dazu kommt noch die schon länger anhaltende Ehekrise mit seiner Frau Sylvia und die Aufgabe, zwischen ihr und seiner Schwiegermutter Gaby vermitteln zu müssen. Gaby ist nicht nur verführerisch, sondern auch eine begabte Lyrikerin und Eigentümerin des „Morgens“.
Zwischen einer Investorengruppe um den Senator Brunevigne und Gaby entwickelt sich ein Machtkampf, in dem es nicht nur um das Grundstück und die Pressefreiheit geht, sondern auch um alte Fehden, Macht, Enttäuschungen und viel Sex. Auch Hunde kommen vor, nämlich von der Rasse Coton de Tuléar.
Als sich herausstellt, dass Nathans letzte Story etwas mit der Familie des Senators zu tun hat, beginnt die unaufhaltsame Implosion aller Beziehungen und es gibt mysteriöse Todesfälle. Das alles erzählt Autor Philippe Djian in einer lakonischen Sprache. Djian-Fans mögen genau das lieben. Mich konnte dieser Nathan mit seinen Andeutungen und Vermutungen, seinen diffusen Recherchen plus amourösen Abenteuern nicht so recht überzeugen.
Fazit:
Was für ein rasantes Chaos!
Philippe Djian: Offene Rechnung. Roman. Aus dem Französischen von Norma Cassau.
Diogenes 2026, Hardcover Leinen mit Schutzumschlag , 256 Seiten, 26,00 €
ISBN: 978-3-257-07354-6
