
Paris, Ende 19. Jahrhundert: Mélanie entdeckt das Klavier in der Wohnung ihrer Eltern. Sie bringt sich das Klavierspielen selbst bei. Sie wächst in einfachen Verhältnissen auf, leicht hat sie es nicht. Für Mädchen sind die gesellschaftlichen Regeln streng, die Spielräume begrenzt. Und doch gelingt ihr eine Karriere als Komponistin. Alissa Wenz erzählt das Leben dieser außergewöhnlichen Frau als musikalischen Liebesroman.
Mélanie wird entdeckt und gefördert. Die Eltern stimmen dem Klavierunterricht zu, schließlich verbessert frau so ihre Heiratschancen. Der berühmte Komponist César Franck sorgt dafür, dass Mélanie am Pariser Konservatorium aufgenommen wird. Sie studiert Komposition als eine von wenigen Frauen, unter ihren Kommilitonen sind Claude Debussy und Erik Satie.
Sie lebt in der Musik, übt und komponiert und verliebt sich in den jungen Sänger Amédée-Louis Hettich. Seine Gedichte setzt sie in Musik um. Er will sie heiraten, doch ihre Eltern untersagen es. Für Mélanie haben sie den gesellschaftlichen Aufstieg im Blick und verheiraten sie mit einem wesentlich älteren Geschäftsmann.
Doch die verbotene Liebe zwischen Amédée und Mélanie bleibt unzerstörbar. Die Konventionen, ihre Familie und religiöse Vorschriften zwingen sie in einen engen Rahmen, doch Mélanie gibt ihre Musik nicht auf. Die Welt der Komponisten ist männlich. Also reicht sie ihre Werke zunächst als Komponist Mel Bonis bei Wettbewerben und Verlagen ein.
Alissa Wenz lässt in „Die Komponistin“ das Leben und die Werke von Mélanie Bonis (1858 Paris – 1937 Sarcelles) gut rhythmisiert und melodisch entstehen. Die Autorin ist selbst Komponistin und Interpretin, das schwingt in ihrer schönen Sprache mit. Ich habe beim Lesen die Musik spielen hören.
Fazit:
Ein wunderbar erzählter Roman über eine fast vergessene Komponistin.
Alissa Wenz: Die Komponistin. Roman. Aus dem Französischen von Alexandra Baisch
Klaus Wagenbach Verlag 2026, Hardcover mit Schutzumschlag, 240 Seiten, 24,00 €
ISBN: 978-3-8031-3390-8
