Côté chouette sei hier der östliche Teil der Innenstadt von Dijon im weiteren und näheren Umkreis der Rue de la Chouette genannt.
Diese Straße verläuft unmittelbar nördlich an der Pfarrkirche Notre-Dame entlang. Ihr Name bezieht sich auf die kleine steinerne Eule, die dort etwas über Kopfhöhe aus einem Stützpfeiler der Kirche herausragt. Die Eule zu berühren soll Wünsche in Erfüllung gehen lassen. Mittlerweile erscheint sie wie ein rundlicher glattpolierter Handschmeichler und ist zusammen mit dem „ours“, dem Bären, ein beliebtes und allgegenwärtiges Markenzeichen für Dijon geworden.




Notre-Dame
Diese Pfarrkirche wurde von 1220 bis ca. 1250 in gotischem Stil errichtet. Das Innere wirkt wie aus einem Guss, alle Bauteile sind schlank und zierlich proportioniert.

Die Fassade zeigt über der dreigeteilten Vorhalle eine einzigartige Schauwand: Zwei Arkadengeschosse mit Säulchen und Wasserspeier-artigen Chimären.


An einem seitlichen Turmaufsatz oberhalb von den Arkaden sitzt das Ziffernblatt der Turmuhr und die Glocke wird von einem „Jacquemart“ geschlagen. Herzog Philippe le Hardi hat ihn 1382 aus Kortrijk als Siegestrophäe nach Dijon verbracht.



Der Herzogspalast – Palais des Ducs et des États de Bourgogne


Der Herzogspalast und spätere Palast der Stände der Provinz Burgund entwickelte sich seit dem 14. Jahrhundert mit vielen An- und Umbauten zu seiner heutigen Form. Überragt wird er von dem 46 Meter hohen Turm, den Herzog Philippe le Bon nach 1450 hat errichten lassen.

Der neben dem Turm liegende Saalbau gehört heute zum Musée des Beaux-Arts.
In dem Saal – Salle des Gardes – befindet sich das monumentale Grabdenkmal des Herzogs Jean sans Peur und seiner Gemahlin Marguerite de Bavière sowie dasjenige des Herzogs Philippe le Hardi.
Von den besten Bildhauern der Epoche ließen die Herzöge ihre Grablege in der Kartause von Champmol gestalten. Dort, am Stadtrand von Dijon, erinnert noch der Mosesbrunnen des Claus Sluter an diese Pracht. Die vorhin genannten Grabmonumente sind später aus dem teilzerstörten Kloster entfernt und im Museum im Herzogspalast gesichert worden, wo sie heute zu den Hauptattraktionen zählen.

Das Haus Valois beherrschte Burgund mit „les Grands ducs d’Occident“, den vier „großen“ Herzögen in Folge, von 1363 bis 1477 (Niederlage des burgundischen Heeres in der Schlacht bei Nancy) und weiter einschließlich der kurzen Regierungszeit der „Erbtochter“ Marie de Bourgogne, bis 1482. Im Jahre 1477 nahm der französische König Louis XI einen Großteil von Burgund für die französische Krone in Besitz.

Der ehemalige Herzogspalast in Dijon wurde zum Palais des Etats de Bourgogne und Sitz des Gouverneurs der französischen Provinz Burgund.
Hôtel Lantin – Musée Magnin

Von der Place de la Libération, früher Place royale, zu der sich der Palais des Ducs et des États de Bourgogne mit einem Ehrenhof öffnet, zweigt die Rue des Bons Enfants ab.

Hier steht das Hôtel Lantin, ein Adelssitz aus dem 17. Jahrhundert. Dieser beherbergt seit 1938 das Musée Magnin. Die Kunstwerke, vorwiegend aus dem 16. bis 19. Jahrhundert, sind in den historischen Räumen des Adelshofs und einem Museums-Anbau des Architekten Auguste Perret (1930er Jahre) zu bewundern. Eine versteckte Perle!
Adelshöfe: Hôtels
In Dijon gibt es eine Vielzahl von Adelshöfen und historischen Bürgerhäusern. Stellvertretend seien genannt:

– In der Rue des Forges, die von der Place François Rude zum Herzogspalast führt, das Hôtel Aubriot (13., 17. und 20. Jahrhundert) und die benachbarte Maison Milsand, errichtet um 1560. Letztere ist mit ihrer üppigen manieristischen Dekoration dem Künstler Hugues Sambin zuzuschreiben, der auch in Besançon tätig war.

– Zwischen Rue Vauban und Rue Jean-Baptiste-Liégeard das Hôtel Legouz de Gerland (16. bis 18. Jh.) mit seinen Renaissance-Erkertürmchen und dem halbrunden klassischen Innenhof.

Die Place François Rude und die Halles centrales
Oft fotografiert und beliebter Treffpunkt: die Place François Rude, benannt nach dem Bildhauer Rude (Link), mitten im Verlauf der Einkaufsstraße Rue de la Liberté. Im Zentrum des kleinen Platzes:

1. Der Brunnen Fontaine du Bareuzai. Soll heißen „bas rosés“, denn die Statue des jugendlichen Weinlesern stampft die roten (Burgunder-)Trauben in der Bütt. Die Bronzefigur von 1852 wurde im Jahre 1904 auf den neu errichteten Brunnen aufgesetzt.
2. Direkt daneben: ein wundervolles Nostalgie-Karussell. Dessen Straßenbahn-Fahrzeug trägt eine Werbeaufschrift, die auf die Lebkuchen-Tradition von Dijon verweist.

Als Platz kann man auch die Markthalle – les Halles centrales – verstehen, ein wenig nördlich von der Place François Rude gelegen. Die Metall-Glas-Konstruktion wurde 1873 bis 1875 errichtet, nach Vorstudien von Gustave Eiffel (*1832, in Dijon!).

In der Markthalle und drumherum lädt eine Vielzahl von Ständen, Läden, Gaststätten zu gastronomischen Entdeckungen ein. Modernes Gegenstück zu dieser traditionellen Anlage und aktuelles Aushängeschild von Dijon ist die Cité Internationale de la Gastronomie et du Vin am südwestlichen Stadtrand.


Dijon: côté chouette – praktisch
– Office de Tourisme
Rue des Forges 11 (im Herzogspalast), Dijon
https://de.destinationdijon.com/
– Die „Incontournables“: Was Tourist/in in Dijon gesehen haben sollte:
https://www.destinationdijon.com/destination/best-of/des-lieux-incontournables/
– Dazu acht Empfehlungen von den Nachbarn im 40 km südwärts gelegenen Beaune:
https://www.beaune-tourisme.fr/explorer/la-route-des-grands-crus/visiter-dijon-incontournables/
– Herzogspalast
https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogspalast_Dijon
https://fr.wikipedia.org/wiki/Palais_des_ducs_et_des_%C3%A9tats_de_Bourgogne
– Musée des Beaux-Arts
Place de la Sainte Chapelle (im Herzogspalast), Dijon
Eintritt frei
https://de.wikipedia.org/wiki/Mus%C3%A9e_des_Beaux-Arts_(Dijon)
https://www.burgund-tourismus.com/burgund-entdecken/kulturerbe-und-museen/10-museen-die-man-nicht-versaeumen-sollte/das-musee-des-beaux-arts-in-dijon/
– Musée Magnin
Rue des Bons Enfants, Dijon
Eintritt frei
https://musee-magnin.fr/
– PDF-Broschüre fünf Museen in Dijon:
https://decibelles-data.media.tourinsoft.eu/upload/GUIDE-DES-MUSEES-2020.pdf
– Aktuelle Kunst, 500 Meter südlich vom Stadtzentrum:
Consortium Museum
Rue de Longvic 37, Dijon
https://www.consortiummuseum.com/fr
Im Gebäude einer ehemaligen Likörfabrik, erweitert vom Architekten Shigeru Ban.
– Street Art in Dijon
https://streetartcities.com/cities/dijon
Unser zweiter Beitrag zu Dijon auf nachfrankreich.de: Dijon: côté ours – der westliche Teil der Stadt


Beitragsbild ganz oben: Die Maison Milsand in Dijon (16. Jh.)






