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Hunawihr – St.-Hippolyte – Haut-Kœnigsbourg: an und über der Elsässer Weinstraße

Von Norden nach Süden erstreckt sich die Elsässer Weinstraße zwischen der Rheinebene und den Wäldern, Wiesen und Bergen der Vogesen. Sehr gut besucht sind zum Beispiel die Winzerorte Ribeauvillé und Riquewihr. Wer dem Trubel in diesen Städtchen entgehen will, entdeckt in deren unmittelbarer Nachbarschaft die Ortschaften Hunawihr und St.-Hippolyte. Letztere liegt noch dazu unterhalb der Haut-Kœnigsbourg, die von vielen zu den Haupt-Sehenswürdigkeiten im Elsass gezählt wird.

Hunawihr: pittoresk mit heiliger Wäscherin

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Über den Dächern von Hunawihr | Foto: Hermann Lehna

Nach der Legende wurde Hunawihr im 7. Jahrhundert von Hunon und seiner Gemahlin Huna gegründet, auf die der Name Hunawihr zurück geht. Die Menschen verehrten die wohltätige Huna als „heilige Wäscherin“, und noch heute erinnern der Brunnen und das Waschhaus unterhalb des Dorfes an sie: Fontaine Sainte-Hune. Heutzutage ist Hunawihr weniger wegen seines Wassers, sondern eher wegen seiner Weine bekannt und besitzt am oberen Ortsrand eine viel fotografierte Sehenswürdigkeit: die Kirche Saint-Jacques-le-Majeur, Hl. Jakobus der Ältere.

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Blick von den Weinbergen auf die Kirche von Hunawihr | Foto: Hermann Lehna
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An der Wehrmauer des Kirchbezirks | Foto: Hermann Lehna

Diese wird von der katholischen und der protestantischen Gemeinde genutzt. Der Kirchbezirk ist von einer Wehrmauer umgeben.

Das pittoreske Hunawihr gehört zu den Plus Beaux Villages de France.

An der Ortszufahrt liegt der Tierpark „Naturoparc“, der sich den Schutz bedrohter Tierarten zur Aufgabe gemacht hat (Störche, Fischotter).

Saint-Hippolyte: bunte Fachwerkhäuser

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St.-Hippolyte unterhalb der Haut-Koenigsbourg | Foto: Hermann Lehna

Farbenfrohe Fachwerkhäuser, das geschlossene idyllische Ortsbild, einige Einkaufs- und Gastronomieangebote, die Lage in der Wein-Kulturlandschaft in den Hügeln zwischen Ebene und hoch aufragendem Vogesenrand, gekrönt von der Burg Haut-Koenigsbourg: Das macht St.-Hippolyte zu einem sympathischen Aufenthaltsort in der Nähe von Sélestat.

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Farbenfrohe Anstriche der Fachwerkhäuser im Ortskern. | Fotos: Marian Hahn und Britta Lehna

Die lothringischen Herzöge besaßen in St.-Hippolyte ein Schloss und herrschten 700 Jahre lang über die kleine Stadt. Der Ort ist noch von seiner Stadtmauer umgeben, sichtbarstes Zeichen davon: der Storchenturm „tour des cigognes“.

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Die Bergkette der Vogesen hinter dem Storchenturm von St.-Hippolyte | Foto: Britta Lehna

Haut-Kœnigsbourg: kaiserliche Festung mit Burgenromantik

Auf einer Höhe von 750 m erhebt sich die Haut-Kœnigsbourg über St.-Hippolyte. Schon aus der Ferne erblickt man die Silhouette dieser Festung, die wie eine Märchenburg erscheint. Tatsächlich ließ der deutsche Kaiser Wilhelm II. die seit dem Dreißigjährigen Krieg zerstörte Burg von 1900 bis 1908 nach Plänen des Architekten und langjährigen Präsidenten der Deutschen Burgenvereinigung Bodo Ebhardt wiedererrichten.

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Auf dem Weg zur Haut-Kœnigsbourg | Foto: Britta Lehna

Aspekte der Mittelalter-Archäologie, der Burgenromantik und der repräsentativen Vorstellungen des Kaisers mussten unter einen Hut gebracht werden. Die Baustelle war riesig und hochmodern: Eine dampfgetriebene Feldbahn transportierte die Steinblöcke, ein Stromaggregat lieferte elektrische Energie, ein Pumpwerk diente zur Wasserversorgung.

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Ein Bronzemodell vor dem Burgportal veranschaulicht die Anlage der Burg. | Foto: Britta Lehna

Für die „Allerhöchsten Baustellenbesuche“ des Kaisers wurde der damalige Bahnhof in St.-Hippolyte aufwendig erweitert, denn Wilhelm II. reiste mit Gefolge in seinem Hofzug an.

Die sehr zahlreichen heutigen Besucher der Burg kommen zu Fuß, per Fahrrad, per Auto (Parkplätze begrenzt) oder z. B. mit dem Shuttle-Bus Linie 500, der den Bahnhof Sélestat mit der Haut-Kœnigsbourg verbindet.

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Höchster Punkt der Burg: der Adler auf dem Pyramidendach des Bergfrieds. Rechts die Flügel der Windmühle. | Foto: Britta Lehna

Wie es beim Einzeldenkmal Haut-Kœnigsbourg der Fall ist, werden im Elsass mittlerweile die Qualitäten der Architektur aus der wilhelminischen Zeit vor dem Ersten Weltkrieg auch allgemein geschätzt, so zum Beispiel die Anlage der Neustadt in Strasbourg.

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